Fett – ja oder nein?

Viele Leute glauben, dass Fette schlecht für uns sind. Nichts könnte ferner von der Wahrheit sein! Das Problem ist oft nur, dass wir die falschen Fette essen. Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat sich unser Essverhalten extrem geändert. Heutzutage nehmen wir viel mehr gesättigte Fettsäuren und Omega 6 Fettsäuren zu uns, während unser Konsum von Omega 3 Fettsäuren (von fettigem Fisch) um erstaunliche 80% gesunken ist. Das Resultat: Der Mangel an Omega 3 Fettsäuren ist weit verbreitet und hat enorme Konsequenzen für unsere Gesundheit.

Die Eskimos

Vor vielen Jahren haben zwei dänische Ärzte die in Grünland gearbeitet haben festgestellt, dass Eskimos praktisch immun gegen Herzinfarkte sind – sie haben noch nicht einmal ein Wort für „Herzinfarkt“ in ihrem Vokabular. Angesichts der fettreichen Ernährung, fanden die Ärzte diese Beobachtung so kurzios, dass sie dem Ganzen auf den Grund gehen wollten.

In der Vergangenheit aßen Menschen viel mehr Fisch als heute. Fische sind aber sehr reich an den Fettsäuren EPA (eicosapentaenoic acid) und DHA (docosahexaenoic acid). Da wir weniger Fisch essen als je zuvor (kein Wunder bei der Verseuchung und Überfischung der Meere), gehen viele Ärzte davon aus, dass unsere Zellen an einem Omega 3 Fettsäuremangel leiden, was die Zunahme an modernen Krankheiten wie kardiovaskuläre Herzkrankheiten, steife Gelenke, schlechte Zirkulation und ungesunde Haut erklären würde. Demzufolge ist es also nicht verwunderlich, dass die Rate an zum Beispiel Herzinfarkten wesentlich geringer ist in Ländern wie Japan, wo die Menschen wesentlich mehr Fisch essen als wir Europäer.

Gesundheitliche Vorteile:

Fett enthält – wer hätte es gedacht – extrem viele Kalorien. Isst man also zu viel davon, so wird man irgendwann dick. Vor allem dann, wenn der hohe Fettkonsum gepaart ist mit zu wenig Bewegung – auch keine Überraschung mehr. Jedoch ist Fett nicht gleich Fett! Unser Problem ist einfach, dass wir zu viel Fett aus Milchprodukten und Fleisch zu uns nehmen und zu wenig aus Fisch. Omega 3 Fettsäuren (also die von Fisch) helfen dabei die Zellwände flexibel zu halten, was dafür sorgt, das weder unsere Gelenke, noch unsere Blutgefäße versteifen. Sind die Gefäße frei von Verkalkungen (man hat also keine Arteriosklerose bzw. behandelt diese), so hilft dies auch den Blutdruck zu senken.

Cholesterin, Herzkrankheiten, Diabetes:

In einer Studie von Professor T. Saldeen (1) hat sich gezeigt, dass ein qualitativ hochwertiges, stabiles Fischöl (d.h. Fischöl ist leider auch nicht gleich Fischöl – die Qualität variiert enorm!) in der Lage ist das „gute“ Cholesterin = HDL zu steigern und das „schlechte“ = LDL zu senken. Ebenso geht das Level von Triglyzeriden enorm runter, was sich wiederum positiv auf cardiovaskuläre Krankheiten ausübt. Es verringert ebenso die Menge von gewissen Lipoproteinen und Fibrinogen im Blut, die beide die Blutgerinnung vorantreiben und zu einem Herzinfarkt führen können. Diabetiker haben zum Beispiel ein erhöhtes Risiko für Thrombosen. In diesem Fall ist es also noch viel wichtiger, dass man diesbezüglich den Körper auf natürlichem Wege unterstützt, anstatt wichtige Funktionen zu unterdrücken.

Gelenke, Muskeln, Haut & Gehirn:

Omega 3 Fettsäuren helfen Entzündungen natürlich zu bekämpfen. Wer schonmal eine Entzündung im Gelenk hatte, weiß wie schmerzhaft sowas ist. Sie führt zu Steifheit, Schonhaltung, und somit weiteren Problemen. Dabei sollte man sich bewusst sein: Wer schon seit Monaten mit steifen, schmerzenden Gelenken kämpft, wird ein qualitativ hochwertiges Fischöl nehmen müssen bis die Entzündung komplett verschwindet.

Studien haben gezeigt, dass viele Fettsäuren im Gehirn sind & dass die Einnahme von Omega 3 Fettsäuren bei Denk-/Merkfähigkeit, Aufmerksamkeitsfähigkeit und Wochenbettdepression helfen können. In einer weiteren Studie haben Ärzte über den positiven Effekt von EPA und DHA auf Kinder mit Epilepsie berichtet. Die Kinder, die regelmäßig Fischöl zu sich genommen haben, hatten wesentlich weniger Anfälle als zuvor (2).

Nachdem ich in diverser Fachliteratur immer wieder über die positive Auswirkung von Omega 3 Fettsäuren auf unsere Haut gelesen habe, gab ich es einigen meiner Patienten, die Probleme mit ihrer Haut hatten. Es funktioniert! Nach wenigen Wochen ist die Haut klar und gesund.

Meine persönliche Erfahrung mit Fischöl:

Eigentlich nehme ich schon seit Jahren jeden Abend Fischöl. Allerdings nehme ich noch so einige andere Nahrungsergänzungsmittel und ich konnte nie wirklich sagen, ob das Omega 3 jetzt hilft oder nicht. Eines Tages war die Dose leer und ich hab für ein paar Wochen vergessen es wieder zu nehmen und fühlte mich ohne aber auch nicht schlechter. Komischer Weise bekam ich aber ständig Muskelkater nach meinem Training für den nächsten Triathlon. Das bizarre daran war, dass ich weder mehr, noch anders trainiert habe. Wieso also plötzlich ein Muskelkater nach dem anderen? Das zog sich über Wochen hin und ich war schon richtig genervt davon, weil ich mir einfach nicht erklären konnte, woher sie kamen! Irgendwann hab ich dann Gott sei Dank einen Artikel über Omega 3 gelesen und darin wurde berichtet, dass Omega 3 Fettsäuren nicht nur gut sind für Herz, Gehirn, Haut und Gelenke, sondern auch Muskeln, da sie helfen Magnesium zu verstoffwechseln. Also hab ich angefangen wieder brav jeden Abend meine Kapseln zu nehmen. Ratet was passiert ist! Binnen weniger Tage ist der neuste Muskelkater verschwunden und ich hab auch keine weiteren bekommen. Seitdem habe ich es nie wieder probiert ohne auszukommen!

Mein persönlicher Favorit:

  omega3

Mega EPA (rechts) von der englischen Firma BioCare. Es hat genau die richtige Balance von EPA und DHA, ist von sehr hoher Qualität, und geschmacks- und geruchsneutral.

Für Leute mit zu hohem Cholesterin: Eine spezielle Kombination von Probiotika und Omega 3 Fettsäuren von der englischen Firma OptiBac (links). Wer dieses Präparat mindestens drei Monate in Folge nimmt, wird feststellen, dass das „schlechte“ LDL Cholesterin auf natürliche Weise sinkt.

Wer Fragen hat – ich berate gerne!

 

 

(1) Fish Oil and Health, Tom Saldeen (SwedeHealth Press), 1997.

(2) Dahlin M, Hjelte L, Nilsson S, Amark P. Plasma phospholipid fatty acids are influenced by a ketogenic diet enriched with n-3 fatty acids in children with epilepsy. Epilepsy Research, 73:199-207, 2007