Woher kommt der Trend?

Vor gar nicht allzu langer Zeit hat man „Vitamin D“ im Körper gefunden und angenommen, dass wir es über die Nahrung zu uns nehmen, wie auch alle anderen Hormone. Doch dann haben Wissenschaftler rausgefunden, dass Vitamin D gar kein Vitamin ist, sondern ein Hormon! Der Unterschied ist, dass unser Körper Hormone selbst herstellen kann, Vitamine aber nicht. Bis dahin war der Begriff „Vitamin D“ aber schon festgelegt, genauso wie die empfohlene Tagesdosis von 200iU – eine lächerlich niedrige Menge. Nachdem sich die Forscher in das Thema gekniet haben, stellten sie fest, dass unser Hauptlieferant doch tatsächlich die Sonne ist – um genau zu sein: UVB Strahlung. Um die nötige Strahlung zu erwischen, müssen wir uns zwischen 10 und 14 Uhr für circa 20 Minuten in die Sonne bequemen und mindestens 20% unserer Haut entblößen. Aber wer macht das schon von der arbeitenden Bevölkerung? Das ist die Zeit, in der jeder im Büro sitzt. Und obwohl wir noch braun werden können, wenn wir uns um vier Nachmittags in die Sonne legen, ist die Zeit für Vitamin D Herstellung leider schon vorbei.

Und das ist genau der Grund, warum circa 90% der Nordeuropäer an akutem Vitamin D Mangel leiden! Also stellt sich die Frage: Was passiert, wenn wir zu wenig von diesem Hormon haben?

Folgen von Vitamin D Mangel:

Krankheiten, die mit Vitamin D Mangel in Verbindung gebracht werden sind unter anderem:

Krebs, Herzkrankheiten, Schlaganfall, hoher Blutdruck, Autoimmunkrankheiten, Autismus, Diabetes, Depression, chronische Schmerzen, Osteoarthritis, Osteoporose, Muskelschwäche und -schwund, Alzheimer und viele mehr.

Wie kommt es zu dem Mangel?

  1. Die meisten Menschen sind tagsüber drinnen und haben somit keine Chance das Hormon zu bilden
  2. Uns wird vorgemacht, dass Sonnenstrahlen extrem schädlich sind und wir unbedingt Sonnencreme auftragen müssen um keinen Hautkrebs zu bekommen. Natürlich ist es schädlich, wenn man zu lange in der Sonne ist und einen Sonnenbrand bekommt. Aber der Grund, warum uns diese Lüge aufgetischt wurde, ist weil man uns Sonne nicht verkaufen kann. Aber selbst Sonnenschutzfaktor 8 reduziert die Produktion dieses Hormons um 98, 5%!!!
  3. In Deutschland sind wir vom Höhengrad so weit vom Äquator entfernt, dass wir nur in den Monaten von März – September eine Chance haben Vitamin D selbst zu bilden. Während der anderen Monate muss die UVB Strahlung durch zu viel Atmosphäre und kommt nicht mehr durch.

Vitamin D für Muskeln und Knochen

Vitamin D ist extrem wichtig für gesunde Knochen, da wir Calcium ohne Vitamin D nicht verwerten können. Somit ist Vitamin D nicht nur absolut essentiell für Kinder in der Wachstumsphase, sondern auch für Erwachsene, die dafür sorgen wollen, dass die Knochendichte im Alter nicht abnimmt. Aber nicht nur Knochen werden schwach und brüchig ohne Vitamin D – auch die Muskeln leiden unter Vitamin-D-Mangel.

Vitamin D, Gehirn und Depressionen

Obwohl  die Forschung in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen steckt, hat man bereits herausgefunden, dass Vitamin D wichtig ist für ein gesundes Gehirn und dass ein Zusammenhang besteht zwischen Vitamin D Mangel und Parkinson, Demenz und Autismus.

Vor allem Leute die an einer „Winterdepression“ leiden, das heißt sie merken, wie das graue Wetter ihnen mehr und mehr auf’s Gemüt drückt, sollten täglich mindestens 5000 iU Vitamin D zu sich nehmen.

Vitamin D und Krebs

Mittlerweile bringt man chronischen Vitamin D Mangel in Verbindung mit dem erhöhten Risiko an Darm-, Prostata-, Brust-, und Eierstockkrebs zu erkranken (2). Man geht davon aus, dass Vitamin D die Bildung von neuen Blutbahnen blockieren kann, die ein Tumor braucht um wachsen zu können. (Ein Prozess, der Angiogenese genannt wird).

Eine Studie aus Deutschland (3) hat sogar bewiesen, dass Vitamin D uns vor tödlichem Krebs schützen kann. Bei einer Studie aus Harvard hat sich herausgestellt, dass Menschen die Vitamin D nehmen eine bessere Überlebenschance bei Rektumkrebs haben. Die selbe Studie hat auch gezeigt, dass die allgemeine Sterberate bei Leuten mit hohem Vitamin D Level um 40% geringer ist (4).

Vitamin D für’s Herz

Allgemein hat sich in einer Vielzahl von Studien gezeigt, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Vitamin D Mangel und kardiovaskulären Krankheiten (5). Man hat aber ebenso festgestellt, dass die momentan empfohlene Tagesmenge nicht genug ist um Herzkrankheiten positiv zu beeinflussen (6). Laut einer Studie von 2008 haben Männer mit Vitamin D Mangel ein doppelt so hohes Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden (7).

Wie viel benötigen wir?

Die durchschnittlich empfohlene Tagesdosis ist 200iU (internationale Einheiten). Die Haut stellt während 20-30 Minuten Sonnenbestrahlung circa 10.000iU her. Damit ist klar: 200iU sind nicht annähernd genug.

Um herauszufinden, wo man tatsächlich steht, wäre eine Blutprobe nicht verkehrt, denn dann kann man die Gabe individuell anpassen. Generell kann man aber sagen, dass circa 5000 Einheiten pro Tag eine angemessene Tagesdosis für Erwachsene ist (1) und 2000iU für Kinder und Jugendliche. Besonders wichtig ist dies zwischen September und März, da wir in der Zeit kein Vitamin D herstellen können, auch wenn wir uns im Winter pudelnackt in die Sonne stellen würden.

Da wir über unsere Nahrung keine Chance haben an genügend Vitamin D zu kommen und wir auch nicht zu viel Ziet in der Sonne verbringen können (oder wollen) ist die sicherste und leichteste Methode tatsächlich die Einname von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel. Wer sich unsicher ist in welcher Form (flüssig oder als Tablette), wie viele Einheiten etc, ich berate gerne!

Meine persönlichen Favoriten:

Vitamin D3 von der Firma NutriAdvanced oder BioCare. Die Emulsion von BioCare enthält 1000iU pro Tropfen, was es besonders leicht dosieren lässt, vor allem auch für Kinder. Für Erwachsene nehme ich je nach Bedarf gerne die 2000iU oder 5000iU von NutriAdvanced, gegebenenfalls auch mit Vitamin K2.

Sie würden Vitamin D gerne ausprobieren? Dann rufen Sie mich doch einfach an unter 0991 40868501 (Akutsprechstunde Mo-Fr zw. 13-14 Uhr) oder schreiben Sie mir eine Email.

(1) Pizzorno J. Integrative Medicine Vol. 9 No. 1 Feb/Mar 2010 ‘What have we learned about vitamin D dosing?’
(2) Li, Kong et al. 1, 25-dihydroxyvitamin D3 is a negative endocrine regulator of the rennin-angiotensin system. J Clin Invest 2002, 110: 229-238
(3) Pilz, Dobnig et al. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention 2008, Volume 17, Number 5, Pages 1228-1233, „Low Serum Levels of 25-Hydroxyvitamin D Predict Fatal Cancer in Patients Referred to Coronary Angiography”
(4) Wolpin, Meyerhardt et al. British Journal of Cancer Volume 101, Pages 916-923, Prospective study of predictors of vitamin D status and survival in patients with colorectal cancer
(5) Zitterman, Frisch et al. American Journal of Clinical Nutrition May 2009, Volume 89, Pages 1321-1327. Vitamin D supplementation enhances the beneficial effects of weight loss on cardiovascular risk markers
(6) Ginde, Scragg et al. Journal of the American Geriatrics Society September 2009, Volume 57, Issue 9, Pages: 1595-1603. Prospective Study of Serum 25-Hydroxyvitamin D level, cardiovascular disease mortality, and all-cause mortality in older U.S. adults.

(7) Archives of Internal Medicine June 9, 2008; 168 (11); 1174-1180