Die Nieren haben ungefähr die Größe einer Faust und sitzen links und rechts von der Wirbelsäule. Bei guter Gesundheit schaffen sie es täglich circa 1500 Liter Blut zu filtern und die Abfallstoffe in circa 1-1,5L Urin auszuscheiden. Durch diese Filterung gelingt es den Nieren die Zusammenstellung und Menge der Körperflüssigkeiten zu regulieren. Ihre Aufgabe ist es nämlich den Wasser-Salz-Haushalt, Säure-Basen-Haushalt, Kreislauf und den pH-Wert im Blut zu regulieren! Das sind extrem wichtige Aufgaben. Funktionieren die Nieren nicht ordentlich, so kann dies fatale Folgen haben. Deswegen gilt: Schwellen Ihre Finger oder Fußgelenke sehr schnell an, Sie können 12 Stunden lang nicht urinieren oder haben Blut im Urin, so sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Etwas medizinisch, aber sehr interessant und wichtig: Die Nierenarterien verzweigen sich immer weiter bis sie letztendlich in den kleinen Kapillaren, den Glomeruli enden. Diese filtern als allererstes das Blut und stellen täglich circa 180 Liter Primärharn her. Dieser wird dann in die zweite Filterstation geleitet, das Tubulussystem. Hier werden Wasser, Glucose und Mineralien aus dem Primärharn rückresorbiert, sodass nur noch Harnstoffe, Harnsäure und Abfallprodukte zurück bleiben, die dann den Endharn ausmachen und über die Blase ausgeschieden werden.

Die Blutdruckregulation

Wir sind uns oft nicht bewusst, dass die Nieren tatsächlich helfen unseren Blutdruck zu regulieren. Damit die Nieren nämlich ihren Dienst ordentlich leisten können, darf der Blutdruck und somit der Druck in den Nieren nicht zu stark abfallen. Ist dies der Fall, so produziert die Leber ein Enzym namens Angiotensin, welches die Blutgefäße verengt und dafür sorgt, dass Natrium (=Sodium) in den Nieren zurückgehalten wird. Wo Salz ist, geht auch Wasser hin. Und mehr Wasser bedeutet einen höheren Blutdruck. Eine andere Möglichkeit: Fällt der Blutdruck zu weit oder ist eine Persion unter Stress, so produzieren die Nieren ein Enzym namens Renin. Dieses erhält Hilfe von dem bereits erwähnten Angiotensin. Dieses muss aber von der inaktiven form Angiotensionogen mit Hilfe von ACE = Angiotensin-Convertierungs-Enzym erst in die aktive Form umgewandelt werden. Alles Gute ist drei! Aldosteron, ein Hormon aus der Nebennierenrinde sorgt für die Steigerung des Blutvolumens und wird als Reaktion auf Angiotensin freigesetzt. Aldosteron sieht ebenso zu, dass mehr Natrium in den Nieren rückresorbiert wird. Dieses Dreiergespann nennt man das RAAS (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System).

Wieso ist das wichtig? Weil wir damit verstehen, wie ACE-Hemmer wirken. ACE-Hemmer sind eine Gruppe von Medikamenten, die eingesetzt werden um den Blutdruck zu senken. Sie verhindern also diese Kaskade, die dafür sorgt, dass mehr Natrium in den Nieren zurückgehalten wird, somit auch mehr Wasser resorbiert wird und das Blutvolumen (und somit der Blutdruck) steigt. Sie sehen: Das Medikament ist zwar hilfreich um diesen anstieg des Blutdrucks zu vermeiden, aber die wahre Frage ist ja: Wieso sieht die Niere es denn als sinnvoll diese Kaskade in Gang zu setzten? Was ist denn schief gelaufen, dass sie zu solchen Mitteln greift?

Allgemein lässt sich sagen, dass die Gesundheit unserer Nieren und unser Blutdruck die selbe Seite einer Münze sind, da eins zu dem anderen führt.

Der Herrscher unter den Organen

Es scheint also, als hätten die Nieren das Szepter in der Hand, wenn’s um unsere inneren Organe geht. Und zu Recht! Würden die Nieren nicht ständig unser Blut filtern und alles ausscheiden, was uns schadet, so würden sich sehr schnell Säuren, Toxine und andere Giftstoffe ansammeln, die uns das Leben schwer machen.

Altersbedingtes Absinken der Glomerulus-Filtrations-Rate (GFR)

Im Alter von 60 filtern unsere Nieren nur noch halb so gut wie in unserer Kindheit. Sinkt diese Filtrationsrate, so resorbieren ältere Leute mehr an Sodium, Glukose und Wasser, mit den dementsprechenden Folgen für unsere Gesundheit. Der GFR Wert ist also ein Indikator für unsere Nierenfunktion. Ebenso aufschlussreich ist der Kreatininwert im Blut. Dieser Wert wird vor allem dann angeschaut, wenn die getestete Person Diabetes mellitus, Herzprobleme, hohen Blutdruck, oder Blasenentzündungen hat, oder in der Familie jemand Probleme mit den Nieren hat/hatte.

Nieren(becken)entzündung

Obwohl sie seltener sind als Blasenentzündungen, sind sie dafür umso gefährlicher. Zu den Symptomen gehören Fieber, Rückenschmerzen ein wenig unter der BH-Linie (sie können überall hin ausstrahlen).

Womit man den Nieren einen Gefallen tun kann:

Die gute Nachricht: Es gibt so einiges, womit man seine Nieren unterstützen kann.

  1. Wenn man z.B. viel Sport treibt oder schwitzt und somit viel Elektrolyte über den Schweiß verliert, so sollte man erstens genug trinken und zweitens unbedingt Elektrolyte den Getränken zufügen. Im Sommer 2015 ist ein Triathlet kurz nach dem Zieleinlauf gestorben, da er zwar bei den 40°C fleißig getrunken hatte (circa 10 Liter), aber dem Wasser keine Elektrolyte beigemischt hatte. Dadurch ist sein Elektrolythaushalt dermaßen entgleist, dass die Nieren keine Chance mehr hatten. Ich selbst verwende diesen Elektrolytmix.

  2. Solidago (Goldrute). Dies ist eine Pflanze, die fast denselben Effekt hat wie Diuretika. Mit einem Vorteil: Es sorgt zwar ebenfalls dafür, dass wir überschüssiges Wasser loswerden, aber es sorgt Gott sei Dank dafür, dass wir dadurch nicht auch Kalium (Potassium) verlieren. Die meisten Diuretika sind erfolgreich, indem sie die Nieren irritieren und dafür sorgen, dass zu viel Kalium ausgeschieden wird. Das hat aber das Herz nicht gern und die Muskeln werden allgemein schlaff und schmerzen. Solidago ist anti-entzündlich, anti-septisch, krampflösend und ein Tonikum für die Nieren. Deswegen kann es auch bei Menschen helfen, die immer wieder Blasenentzündungen haben. Das tolle ist: Man kann es sowohl als Tee oder Tinktur einnehmen, aber auch als homöopathisches Mittel.

  3. Brennesseltee. Schmeckt nicht besonders toll, kann aber bei Blasen- und Nierenbeckenentzündungen helfen die Blase/Niere etwas zu stärken.

Wichtig: Bei akuten Blasen- oder Nierenentzündungen oder bei dem Verdacht, dass Ihre Nieren nicht ordnungsgemäß funktionieren, suchen Sie bitte unverzüglich die Hilfe Ihres Heilpraktikers oder Arztes auf. Wie sie gesehen haben: Mit den Nieren ist nicht zu scherzen!!!